Aufbau einer ELECRAFT KPA500

Vor einigen Wochen kam ein befreundeter OM auf mich zu und hat gefragt ob ich ihm denn eine KPA500 aufbaue, da Elecraft keine Fertiggeräte in die EU liefert (fehlende CE-Zertifizierung).Da ich ja begeisterter „Elecraft-Schrauber“ bin, hab ich natürlich sofort zu gesagt.
Am Samstag den 8.2.2014 Nachmittag gab es dann in der Nähe von Neundorf die Übergabe der „Kiste“

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fühlt sich schwerer an wie es ist (31 lbs = 14kg)
Eigentlich hatte ich gesagt diese Woche bau ich sie nicht mehr zusammen, habe Sonntag Nachtschicht, das heist ausschlafen und 21 Uhr auf Arbeit. Naja was solls, Sonntag dem 9.2.2014 mal eine Stunde früher aufgestanden und los gings.

 

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Die einzelnen Kartons mit Netzkabel (mit CE-Zertifizierung) und Anleitungen.

 

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14.00 Uhr Hier alles einmal ausgepackt. Das in Papier eingepackte sind Gehäuseteile. Der Trafo fehlt, das Monster hab ich nicht mehr mit auf den Schreibtisch bekommen.

 

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Transportschaden??? oder ist das erst beim Zoll passiert, aber die Lakierung dieses Bleches war noch zu 100% ok, alles kein Problem.

 

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14.05 Uhr Als ich das Endstufenmodul aus seiner ESD-Tüte befreite klapperte irgend etwas, Schaube locker oder was ist da los. Ich hab 2-3min das Modul hin und her geschüttelt, nix, bis ich diese Feritperle entdeckte, ah alles OK, die darf klappern.

 

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14.31 Uhr Ein kleiner Kühlkörper muss auf die 3 Transistoren geschraubt werden, der linke Transistor muss isoliert montiert werden. Laut Anleitung sollen Werte von >5kOhm zwischen Transistor und Kühlkörper vorhanden sein, OK geht, nächster Schritt.

 

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14.54 Uhr Linke Seitenwand (mit Interlockschalter) und Netzteilplatine sind fertig montiert.

 

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15.02 Uhr Netzspannungsbuchse, mit Sicherungseinsatz, der je nach Lage die Netzspannung der Endstufe von entweder 115Volt oder 230Volt einstellt.

 

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15.25 Uhr Die Rückwand ist auch fertig. Lüfter, Antennenbuchsen, und Steuereingangsplatine (PTT, CAT , ALC u.s.w.)

 

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Hier noch mal von der anderen Seite mit der Netzspannungsbuchse.

 

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15.30 Uhr Erst mal 5min Kaffeepause, muss auch sein.

 

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16.06 Uhr langsam nimmt das ganze Gestallt an, Endsufenmodul ist jetzt im Gehäuse eingebaut. Die Innengewinde des Kühlkörpers (zum anschrauben der rechten Außenwand und Mittelwand) waren teilweise nicht ganz so tief geschnitten wie erhofft, aber mit ein wenig Kraft ging das schon. Achja nachschneiden des Gewindes scheidet aus, ich besitze leider keine zölligen Gewindebohrer. Ansonsten gab es absolut keine qualitativen Probleme, wie man das von Elecraft gewohnt ist.

 

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16.20 Uhr So Rückwand ist jetzt auch angeschraubt, ein paar Kabel schon an ihre passenden Positionen gesteckt.

 

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16.33Uhr Der Trafo, für so eine „kleine“ PA doch ein Hammerteil. Ja und was steht in der Anleitung, zum Einbau des Trafos muss die linke Seitenwand wieder entfernt werden. Wie jetzt warum hab ich das Teil mit 10 Schrauben an geschraubt. Ja hätte ich das vorher gewußt, hätte ich nur 2-3 Schrauben versenkt. Ich hab versucht den Trafo mit angeschraubter Seitenwand ein zu bauen, aber keine Chance, das passt nicht.

 

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16.52 Uhr So jetzt ist er endlich drin, nach dem 2. Versuch. Nachdem ich den Trafo eingebaut hatte hab ich festgestellt das ich das Orange Kabel nicht auf die Netzteilplatine gesteckt habe, und mit eingebautem Trafo kommt man da nicht ran, also alles wieder raus und noch einmal. Wer (englisch) lesen kann ist klar im Vorteil.

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16.56 Uhr Mit den 2 Kabelbindern wurden die Kabel fixiert, ja nur hab ich das Gelbe nicht mit eingebunden so wie es in der Anleitung gezeigt wurde.

 

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16.57 Uhr Neuer Kabelbinder und jetzt ist es so wie es sein soll. Ich hab schon überlegt jetzt auf zu hören, da sich doch paar Fehler und Unkonzentriertheiten eingeschlichen haben (ist ja schlieslich nicht meine Endstufe), aber nunja, von hier an ging es dann wieder Fehlerfrei weiter bis zum Schluss.

 

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17.19 Uhr weiter gehts mit der Frontplatte. Hier einmal die Platine die hinter der Frontplatte sitzt, mit Anzeige LEDs und Tastern.

 

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17.27 Uhr So Frontplatte ist ferig montiert, ich habe allein 5min gebraucht nur um die Displayabdeckung sauber zu bekommen, denn das Auge funkt ja mit.

 

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17.27 Uhr Hier noch mal das ganze von hinten, rechts am Display wurde schon von Hand rumgelötet, Flußmittelreste waren zu sehen, nicht gerade schön, ich konnte aber keine Zinnbrücken oder ähnliches erkennen.

 

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17.31 Uhr Steckverbindung zwischen Enstufenmodul und Frontplatte, an der Stiftleiste fehlt schon ein Pin zwecks Verpolungsschutz, aber in der Buchseleiste ist kein Loch „zugemacht“, so das man doch 3mal schaun muss wie die Buchsenleiste aufgesteckt wird. Bei allen anderen Steckverbindungen dieser Art war das alles ordnungsgemäß gemacht.

 

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17.37 Uhr Hier hat Elecraft mal was gelernt, es gibt jetzt weise Distanzhülsen in den Endschalen des Handgriffes, so das beim anschrauben des Griffes die Endschalen nicht zusammen gedrückt werden (wie bei meinem K3).

 

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17.47 Uhr Ganz lustig, dieser Distanzbolzen mit Mutter Zahnscheiben und Schraube dient zum betätigen des Interlockschalters.

 

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17.52 Uhr So fertig. Die Endstufe ist zusammen gebaut. Ja nun wollte ich das erste Einschalten auf Video aufnehmen. Kurz bevor mein Finger den ON Knopf erreichte, war der Akku meiner Digicam leer. Toll…

 

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17.54 Uhr Entgegen der Anleitung hab ich auch hier die Seriennummer erst als aller letztes aufgeklebt.  Ich hatte mit 6h Bauzeit gerechnet, es waren dann letzt endlich knappe 4h, ich denke es ist mit ein wenig Übung auch in 3h machbar.

 

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Auch eine Sache die ich bei Elecraft schön finde, es gibt immer ein paar Kleinteile extra, fals mal jemand eine Schraube abbricht bleibt wenigstens kein Loch in der Endstufe übrich. 😉

 

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Hier wieder mal die Zettel mit den Namen derer die die jeweiligen Packete gepackt haben. Läßt Elecraft jetzt in Russland bauen (Ivan, Victor) ???

 

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Leider schaft meine Küchenwage das Gewicht nicht mehr, so das die Personenwage mal herhalten muss, 11kg ist ein guter Wert obwohl sich die Endstufe schwerer anfühlt. Was aber wohl damit zusammen hängt, das der gleich große K3 deutlich leichter ist, und man dieses Gewicht erwartet.

 

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Hier liegen dann die 3kg Verpackungsmaterial im Flur.

 

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Die K-Line, zumindest zu Zwei Dritteln, der Pan-Adapter fehlt noch. Interesannt ist, das der K3 seinen Tragegriff links und die KPA500 ihren rechts hat.

 

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So sieht das natürlich auch nicht schlecht aus, ist aber wohl für den Funkbetrieb ein wenig ungeeignet wegen schlechter Wärmeabfuhr, da die Lufteinlassöffnungen der KPA500 oben im Gehäuse sitzen.

 

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Am Dummyload bei perfekter Stehwelle bringt die PA problemlos über 600W.
Wenn man allerdings mit realen Antenne arbeitet, reagiert die Endstufe sehr vorsichtig auf schlechtere Stehwellenverhältnisse. bei 1:1,5 kann man schon froh sein wenn sie bei 500W noch nicht zurück schaltet. Bei 1:2 sollte man nur noch mit maximal 350W rechnen bevor die Endstufe ein Dämpfungsglied in den Eingang schaltet um die maximale Leistung zu reduzieren. Sicherheit geht vor.

 

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Interesant ist auch noch das selbst bei Standby Betrieb bei Leistungen über 25W das Stehwellenverhältnis angezeigt wird. Sowohl bei der LED Leiste als auch im Display. Iritierend ist ein wenig, das die PA ein SWR von 1:1.8 anzeigt während der K3 nur 1:1.5 angiebt, wie gesagt, alles im Standbybetrieb.

Für Leute die mit OM-Power oder Acom funken ist es ein wenig iritierend das die untere LED-Zeile schon soweit ausschlägt wenn noch keine Leistung abgegeben wird.

 

 

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Hier kann man schön sehen wie beim ändern des Bandes am K3 die über CAT verbundene Endstufe auch ihre Frequenz ändert. Man muss die Endstufe aber nicht über CAT mit dem TRX verbinden, sie misst auch die Frequenz selber und stellt sich in Sekundenbruchteilen passend ein. Beim senden hat man gesehen das man aus 46W vom K3 knappe 550W aus der KPA500 rausholen kann. Am Dummyload mit SWR 1:1…

 

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Hier sieht man unten an der KPA500 das meine 10m Antenne ein SWR von 1:2.1 hat und wenn man dann die Leistung auf 400W hoch dreht schaltet die Endstufe ein Dämpfungsglied in den Eingang um die Ausgangsleistung zu reduzieren und Schäden an der KPA500 zu vermeiden. Weiterhin erscheint im Display „Refl Hi“ und die Fault LED geht an, es kann also nix schief gehen.

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In diesem Video kann man mal sehr schön sehen, oder besser hören, wie die 6 Stufen des Lüfters so arbeiten. In Stufe 6 macht der Lüfter mehr Krach wie die meisten „großen“ Endstufen.

 

Bild 058Nach einigen Testsendungen hab ich mein Dummyload wieder abgebaut und musste erschrocken feststellen die Buchse ist geschmolzen. Aber nicht wegen der 500W HF sondern ehr wegen der Wärme die durch die Widerstände erzeugt wurde und die die Buchse nicht so ganz vertragen hat.

 

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Hier noch mal von innen, die Plaste ist ein wenig nach unten gelaufen.
Das Dummyload ist Eigenbau, besteht aus 69 Einzelwiderständen mit je 390 Ohm, wieviel Leistung ein einzelner Widerstand abhalten kann weis ich nicht, es müssen irgend was zwischen 2 und 5 Watt sein. Auch wenn ich nur jeweils wenige Sekunden gesendet habe, ist das Teil doch ziemlich heis geworden bei 500W, hat aber bis auf die Buchse überlebt…

 

So die KPA500 ist jetzt fertig, für das Geld bekommt eigentlich schon eine gute 1KW Röhren PA die auch mal mit einem SWR von 1:3 betrieben werden kann, aber halt nicht remotefähig ist. Für den Anwendungsweck für den sie vorgesehen ist, ist sie eigentlich ideal geeignet, vorallem im Zusammenspiel mit einem K3.

Ja das schreiben dieses Beitrages, Bildgößen ändern, Videos zurecht schneiden, Videos konvertieren, alles mögliche hoch laden, u.s.w. hat fast doppelt so lange gedauert wie das zusammen bauen der KPA500.

73 de Matthias DG0OKW

 

P.S. wer jetzt darauf wartet das ich verrate wem die PA gehört, den muss ich leider enttäuschen (auch wenn ich Namen und Rufzeichen nennen darf), ihr würdet es mir ja eh nicht glauben 🙂

 

Anhang 1:

Am 14.2.2014 hab ich die Endstufe auf dem Sieglitz zum ersten mal getestet.

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Hier der Karton mit der Enstufe, also transporttechnisch ist die „kleine“ natürlich TOP.

 

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So sieht das ganze von innen aus, vorn rechts ist sogar Platz für Strom und PTT-Kabel.

 

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So fertig für den ersten Test die „Mini K-Line“

 

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Hier das allererste QSO mit der Endstufe. Ich hab 30min lang das 10m Band abgesucht bis ich was passendes gefunden hatte, es war W1AW/9. Da war schon ein ansehnliches Pileup vorhanden, aber wie bei allen 3 QSOs die ich an dem Tag mit der Endstufe gefahren habe, gelang es da Pileup beim 1. Anruf zu knacken. Ist halt doch ein richtiger kleiner „Pileupknacker“

Also an einer „funktionierenden“ Antenne mit ordentlichen SWR ist die Endstufe natürlich was wunderschönes, einschalten, Leistung hoch drehen und funken, kein abstimmen, richtig „einfach“.

Eine negative Eigenschaft hab ich noch festgestellt. Ich hab die Endstufe für gut 2min mal mit 12W Dauerstrich angesteuert, zu Begin kamen da 225W aus der Endstufe, aber je wärmer sie wurde um so mehr ging die Leistung nach unten. Als dann nach 2min bei 80°C  der Lüfter auf Stufe 6 gegangen ist blieb die Leistung (190W) und die Temperatur konstant. Ich hab den Test mal lieber nicht mit einer höheren Leistung wiederholt.

Also mit 400W einen WAE RTTY mit zu machen, könnte ein wenig „heis“ werden.

 


Kommentare

Aufbau einer ELECRAFT KPA500 — 4 Kommentare

  1. Hallo Matthias,
    danke für den Beitrag. Gefällt mir wie immer sehr.
    Ja, bei mir ist das andere Drittel, der P3, gestern in erfolgreich Betrieb gegangen.
    Nun sollte es mit Hilfe Deines Beitrages ein Leichtes sein, die K-Line um das letzte Drittel zu ergänzen. Du hast natürlich recht, für den Anschaffungspreis bekommst Du auch eine (richtige) große Endstufe. Leider ist es dann halt keine K-Line.
    Ach ja, dass man beim Trafo-Einbau das Seitenteil wieder ‚rausmachen muß steht im Manual 😉
    Danke!
    73, Peter

  2. Danke Matthias für Deinen ausführlichen Bericht des Aufbaues der Endstufe. Man kann immer wieder etwas lernen. Also ich bin nicht der Besitzer hi. Aber nach Deinem P.S. kann es ja nur ein QRP Old Man sein. 73 de Roland DL5ANS.

  3. Sehr schoen dass alles geklappt hatt ohne groessere Probleme!

    Ich hoffe ich kann auch bald wieder Funken. Ich muss nur meinen K3 und das resltiche Equipment irgendwie hier rueber bringen 🙂
    Mit einer Endstufe wird es bei mir erstmal nichts werden, da bei Leistungen > 200W die gesamte Anlage abgenommen werden muss.

    73 de Michael DM2MF

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