CQ-WW-160m Contest 2014

Wie bestimmt schon einige mitbekommen haben, hatte Norbert DL3ANK dieses Jahr wieder den CQ-WW-160m Contest in CW vom Sieglitz aus mit gemacht, und ich (DG0OKW) war als Supportteam auch mit anwesend.

Im Vorfeld hatte ich schon eine L-Antenne beim 80m Array aufgebaut und eine Beverage nach USA gespannt.

Freitag gegen 14 Uhr ging es los, totaler Nebel, Sichtweite keine 100m und bei den Minusgraden verreifen die Antennen doch sehr Schnell und dick.

Bild 001

Hier mal ein Bild der Einspeisung des 160m Dipols am Freitag, direkt nach der Anreise.

 

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Und das ist der Nordwestliche Aufhängungspunkt des Dipols, Nebel und Reif in Hülle und Fülle.

 

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Samstag lag dann genau in der scharfen Rechtskurve ein „Stück“ Baum, wer genau hin sieht kann erkennen das ich mir da schon etwas den Weg frei gesägt habe, Den kompletten Ast weg zu räumen hab ich nicht geschafft, zu groß zu schwer.

 

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Das „steile“ Stück hinter der scharfen Kurve, schönstes „Winterwunderland“, Am Sonntag lag dann hier soviel Schnee das ich 2 Versuche und die volle Breite des Waldweges benötigt habe um hoch zur Station zu kommen, sicherheitshalber hatte ich aber die Ski schon im Auto. Norbert hat es richtig gemacht er hat gleich oben übernachtet.

 

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Auch der Samstag war von Reif geprägt, hier mal eine der Abspannungen von einer der 80m Verticals, die Seile werden verdammt schwer. Einen Teil des (4mm) Seiles hab ich frei gelegt das man die Größenverhältnisse besser sehen kann. Natürlich hab ich erstmal die Abspannungen der 80m Verticals enteist, sowie den JP2000 und natürlich auch den 160m Dipol.

 

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Die L-Antenne mußte nicht enteist werden, und das obwohl sie zu diesem Zeitpunkt 8h lang schon keine HF gesehen hat. Die L-Antenne bestand aus 33m LFK, ich hatte halt ein solches Stück rumliegen, und da es am Strombauch (also an der Einspeisung) ruhig ein wenig dicker sein kann befinden sich da 4m 2,5 Quadrat Litze, zwischen beiden war noch ein Meter 1,5 Quadrat Litze um irgentwie die passende Länge zu bekommen.

 

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Am Samstag kamen wir noch auf die Idee, die L-Antenne muss höher. Nach mehreren Versuchen mit der Angel, hat es dann geklappt, knappe 22m erreichten wir, was gut 5m mehr Verticalteil war. Auf dem Bild sieht man oben rechts im Baum den Isolator durch den das LFK läuft, weiter unten links ist noch die alte Abspannschnur, die haben wir gelassen fals was schief geht. Das SWR ist von minimal 1:1,5 auf 1:1,35 gesunken, die Resonanzfrequenz war dann bei ungefähr 1,81MHz, also definitiv zu niedrig. Wir haben dann mal schnell das 1m Stück 1,5 Quadrat entfernt und dann war die Resonanzfrequenz in etwa bei 1,86 MHz. Das ist ein wenig hoch aber besser wie 1,81 MHz. So konnten wir mit dieser Antenne problemlos von 1,81 – 1,9 MHz funken. Alles ohne irgentwelche Anpassspulen, Kondensatoren oder so, selbst die geplanten 40m Radials haben wir nicht gezogen, es ging auch so…

Der Dipol machte da schon mehr Ärger weil er ist, trotz abklopfens auf 1,82MHz in der Resonanz gesunken.

 

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Hier mal der komplette Baum an dem die L-Antenne hing. Der Horizontalteil der L-Antenne zeigte nach Osten (zum Eingangstor) und verlief genau zwischen den beiden 80m Verticals entlang. Ja Drahtantennen zu fotografieren ist nicht einfach, aber sie ist da ehrlich, das Abspannseil der niedrigen Aufhängung ist zu sehen. Das rechts ist übrigens eine der 80m Verticals. Die Einspeisung der L-Antenne erfolgte im Anschlusskasten der 80m Vertical, der Draht für von der 80m Vertical wurde einfach abgeklemmt. Die L-Antenne lief somit schräg nach oben und nicht genau senkrecht.

 

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Zum abklopfen des Dipols mußte mein 14m (abgebrochener, verkürzter 15,6m) GFK Mast herhalten. An der Einspeisung ist das kein Problem, das verreifte RG58 zieht die Antenne in erreichbare Höhen. An die Enden kam ich dann nicht mehr ran.

 

Bild 031

Das Problem, die Antenne hat sich gewehrt und mit Schnee nach mir geworfen.

 

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Interesannt ist auch das die Antenne an den Enden stärker mit Reif besetzt war wie in der Mitte (vor dem abklopfen). Sonntag nach dem Contest konnte man es am besten sehen, das LFK ist so dünn das der Strombauch der Antenne teilweise enteist wurde.

So kommen wir jetzt zu den Beverage Antennen.

Beverage 2014

 

Hier mal eine Übersicht über die Beverage Antennen. Zum ersten mal wurden dieses Jahr 2 Stück aufgebaut, in der Vergangenheit wurde immer nur die eine oder andere ausgelegt.
Die Rote ist die 160m lange USA Beverage, länger ging leider nicht da war dann der Waldweg, diese Antenne geht ziemlich steil den Berg hinunter, funktioniert aber sehr gut. Letztes Jahr war sie nur 80m lang (mehr LFK war auf die Schnelle nicht zu finden), und hat auch schon einige QSOs „gerettet“.

Das Blaue ist die Japan-Beverage. Wir haben einfach das gesammte LFK was noch auf der Rolle war ausgerollt. Leider hat die Antenne ein wenig enttäuscht. Sie hatte doch einen relativ hohen Rauschpegel, so das sie nicht unbedingt besser war wie die L-Antenne. Am Samstag haben wir uns schweren Herzens entschlossen sie auf die früher üblichen 270m zu kürzen. Also Norbert hat eine russische Station eingestellt und ich habe (per Zuruf auf 2m) den Draht gekappt, und schwups war der Russe 2 S-Stufen leiser.
Da wir Hoffnung hatten vielelleicht einen Süd-Amerikaner zu arbeiten, haben wir in dieser Nacht auf einen Abschlußwiederstand verzichtet, so das sie Bidirektional wirken müßte. Aber so richtig hat sich der Erfolg nicht eingestellt. Am Sonntag haben wir dann Vorschriftsmäßig das Ende wieder über einen 470Ohm Widerstand geerdet, und in dieser Nacht kam dann auch der einzige Japaner ins Log.

Die Kurve der 400m langen Beverage sah auf meinen Antennenanalysator auch sehr „unruhig“ aus. Da hatte sich die 160m lange USA-Beverage doch deutlich „vernünftiger“ verhalten. Die 270m lange Variante hab ich dann weder mit noch ohne Abschlußwiederstand an den Analyzer angeklemmt. Keine Zeit…
Vom Aufbau der Japan-Beverage hab ich leider keine Bilder gemacht, wir hatten mit dem Aufbau genug zu tun.
Von der USA-Beverage gibt es überhaupt keine Bilder.

 

Bild 010

Das hier ist ein Bild der Japan-Beverage, aufgenommen ungefähr von dem Punkt aus wo ich sie dann zerschnitten hatte. Samstag war die Sicht deutlich besser wie Freitag, hier kann man die 120m entfernte Waldkante erkennen. Blickrichtung zur Station.

 

Bild 011

Das ist die Gegenrichtung, der Horizont ist etwa 80m entfernt (irgentwo da hinter soll Japan sein), das Ende der Antenne ist nicht zu sehen, denn da geht es dann noch 50m den Berg hinunter. Das ist schon aufregend eine solch große Antenne auf zu bauen, wo man gut eine Minute mit dem Auto braucht (verschneite Waldwege) um von einem Ende zum anderen zu gelangen, plus 5min Fußmarsch fürdie letzten 100m über Stock und Stein.

 

Bild 013

Einen Tag früher war der Draht noch schwarz. Um die genau Position des Schnittpunktes bei 270m zu ermitteln hab ich Zuhause die Antenne mit Google Earth vermessen und mir die GPS-Koordinaten ins Handy programmiert. Dann einfach zu den entsprechenden Koordinaten laufen und schnipp.

 

Bild 025

Hier ist die Dose mit dem Abschlußwiderstand. Hatte sie Freitag extra etwas höher auf einen Ast gelegt, das sie nicht zu schneit. Nix wars.

 

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Hier noch mal nach dem frei legen. Als Abschlußwiderstand verwende ich einen ganz normalen 1/4W 470Ohm Widerstand. Muss ja eh keine Leistung abhalten können, und der Übertrager an der Einspeisung kann auch nicht mehr Leistung vertragen. Bislang wurde noch nie auf einer der Beverages gesendet, selbst als es noch keinen RX-Antennenumschalter gab. Ich hatte das Glück 2010 in Ilmenau vor dem WW-DX SSB die Beverages dort ab zu laufen und zusammen mit DJ9AQ zu überprüfen, da waren einige schöne große leicht angekokelte Wiederstände zu sehen, keine Ahnung wie sowas kommt. Zur Sicherheit befindet sich in jeder meiner Abschlußdosen mindestens ein weiterer Reservewiderstand, das spart zusätzliche Wege, fals man doch mal einen wechseln muss… Man sollte natürlich immer einen Schraubenzieher für die Lüsterklemme dabei haben (war dieses Wochenende nicht immer der Fall). Meine Handfunke hatte ich auch noch verloren, so das Norbert dann per Rufton von der Station aus mir die Ortung erleichterte, hab sie wieder. Verschwunden bleibt allerdings ein Seitenschneider.

 

Bild 024

Das war in der Nähe des 400m Endes am Sonntag kurz bevor wir die abgeschnittenen 130m aufgerollt haben. Total eingeschneit. Da die Antenne ja nicht so spielte wie sie sollte, haben wir schnell mal noch eine 40m lange (mehr Draht hatte ich auf die Schnelle nicht) Beverage on Ground (BoG) ausgelegt (im Dunkeln, leider keine Fotos). Animiert zu dieser Tat wurden wir durch den Beitrag von DL1AMQ im letzten Funkamateur. Wir hatten die Konstruktion nur mal kurz getestet, und eigentlich schnell wieder verworfen. Es war halt ein Schnellschuß, aber das BoG Konzept werde ich zumindest in Richtung USA mal im Auge behalten, da muss man nicht in jedem Frühjahr alles wieder abbauen…

So nun mal noch ein Paar Bilder von der Station.

Bild 014

„Hart auf Sendung“ (Insiderwitz)

 

Bild 015

Hart am Limit. Ich hab auch noch ein Video von der PA (Norberts Acom1000) gedreht, mit QSO „Geräuschen“ im Hintergrund. Mal sehn ob ich das irgend wie schaffe aus einem Full HD MOV ein File zu schnipseln welches hier widergegeben werden kann.

 

Bild 019

Der Arbeitsplatz von DL3ANK, TS590 und Laptop. Die kleine Kiste auf dem TS590 sorgt für das Antennenmanagment.
Man kann per Fußschalter umschalten zwischen Dipol und L-Antenne und kann sich mit den weisen Tastern die passende Empfangsantenne aussuchen (1=USA; 2= Japan), wo man dann mit einem weiteren Fußschalter umschalten kann ob man auf der Sendeantenne oder auf der ausgewählten Beverage hören will. Denn für Europa geht Empfangsmäßig nichts über den Dipol.  Achja der 2. TRX wird auch mit an die Box angeklemmt und hört jeweils auf der Sendeantenne die der Haupt TRX nicht verwendet. Irgend wann muss ich die Frontplatte mal richtig beschriften.

 

Bild 017

Im Vordergrund DL3ANK bei der Arbeit. Im Hintergrund mein K3 als 2. TRX. Er diente eigentlich nur dazu um zum einen mal die Box zu testen (wenn man selbst Conteste fährt kommt man nicht dazu). Und um die Konkurenz zu belauschen, was den DL1WA, DL5AXX oder DL1AUZ so funken. Bei DL1WA und DL1AUZ war es eigentlich so, das wenn bei Norbert nichts lief, lief bei den beiden auch nichts, und wenn die beiden was gearbeitet haben, konnte ich das auf der Vertical hören. Aber DL5AXX war da ein wenig anders, er hat da Sachen gearbeitet,  zu den unmöglichsten Zeiten, da konnte ich nichts erahnen, möchte nicht wissen was dabei rausgekommen wäre wenn Ulf voll durchgezogen hätte. Super Station, es ist schon deprimierend bei cqcontest.ru zu sehen wie er vorbei zieht aber hier auf dem Berg einfach nix geht.
Damit der Empfänger des 2. TRX nicht zerstört wird während der 1. sendet, wird der Empfängereingang (im Sendefall) kurz geschlossen, das ergibt eine Übersprechdämpfung von rund 70dB, so das ich selbst das Signal von Norbert nur mit S9 +50 lesen konnte, und der Empfänger nicht zugestopft wurde. Laute Stationen aus der Umgebung die normal mit >S9 +20 anlagen (DL1WA, DL1AUZ, OK7K) konnten somit sogar während des sendens mit dem Haupt TRX, auf dem 2. TRX, weiter empfangen werden (<S1), und das sogar 100% störungsfrei 6kHz neben der Sendefrequenz von Norbert (näher dran gab es leider nie eine starke Station), der Empfänger des K3 ist was das Abblocken eines 9+50 Signals angeht schon super. Ich habe das bislang nur auf 160m testen können, ich denke auf den höheren Bändern dürften die Werte nicht ganz so gut sein.

 

Bild 020

Hier mal von der anderen Seite. Die HF-Geschichte mit den 2 TRXen hat Super geklappt, dafür hat mein neuer SO2R NF-Umschalter auf ganzer Linie versagt, ich hatte ihn aber bislang auch noch nie angeschlossen. Da muss ich wohl noch was tun. Oben am DL0LBS Schild hing Norberts Internetstick (nur zur Sicherheit, W-Lan hat bis auf einen kleinen Aussetzter Freitag Nachmittag, perfekt funktioniert). Bei früheren Contesten haben wir uns abgequält, irgend wie Empfang zu bekommen, dieses mal hing er an einer anderen Position (eigentlich wegen der Kabelführung) und schon gabs die ganze Zeit UMTS Empfang. Hoffentlich ist das dauerhaft und liegt nicht nur am Schnee.

 

Bild 022

Ja zu feieren gab es ja auch was, DA0HQ ist wieder mal Weltmeister, also gabs zu gegebenen Anlass Weiswein mit M&Ms.

Es ist schon interesannt wenn man sich die Clustermeldungen so ansieht wieviele amtierende Weltmeister an dem Wochenende so auf dem 160m Band zu finden waren.

Bild 023

Mein Lieblingspielzeug, Norberts IR Thermometer, das Flüssigkeitsthermometer im Hintergrund zeigte nur -9 Grad an.

(25.01.2014 23.30 Uhr)

 

Bild 042

Es wurde einfach alles gemessen, hier die Ablufttemperatur der PA nach mehreren Stunden CQ-Rufens.

 

Bild 041

Da zeigt dann das Stationsthermometer 80min vor Contestende auch schon mal knapp 30 Grad an, bei nur noch 23% Luftfeuchtigkeit.

 

 

Ja kurz zusammen gefasst war es ein Contest der wieder als Erfolg verbucht werden kann, am Ende waren es 1030 QSOs (ohne doppelte) 65 Länder und 21 Staaten/Provinzen macht 441782 Punkte. Ich denke da macht Norbert einen Sprung nach vorn in der DL-Wertung (letztes Jahr 12.)

Ich hatte Zeit einige Sachen zu basteln, und diverse Technik zu testen, durch den Schnee zu stapfen und sonnst noch so einiges. Und was das wichtigste ist, es hat Spass gemacht.

 

73 de Matthias DG0OKW


Kommentare

CQ-WW-160m Contest 2014 — 4 Kommentare

  1. Hi !
    Ist ja ein interessanter Bericht geworden und zeigt auch die Strapazen welche so ein Wintercontest mit sich bringt.
    Wir hatten ja auch mal im Contest von Wilhelmsdorf aus mit Beverage als Empfangsantenne versucht den Länderstand „aufzustocken“. Hatten da aber weniger Erfolg, denn wir haben auch nicht mehr gehört als mit dem 160m Dipol.
    Ja da kann sich euer Ergebnis schon sehen lassen.
    Klaus

  2. UFB Bericht, danke! Und schönes Ergebnis Norbert. Ich war in Horschlitt und habe mich aufs Arbeiten von „new ones“ beschränkt. Die Condx waren so lala an meinem Ende. Speziell die Japaner waren eher leise (selbst die, die sonst extrem laut sind). Konnte aber immerhin NH0Z, XV2E, 4K6FO und FT5ZM als neue Länder loggen, immerhin :-). Ich hoffe wir sehen uns zum WPX.

    @OKW: Bei der BOG kommt aus drauf an, dass die Abschlusswiderstände sehr gut mit deinem Untergrund harmonieren, da musst Du wesentlich mehr spielen als bei einer Standard-Bev. Außerdem muss der Draht sehr gut isoliert sein, offene Isolierung am LFK verzeiht die BOG i.d.R. nicht. Wäre aber auch für den Wetzstein sicherlich eine ufb Lösung, da absolut unauffällig und quasi wartungsfrei.

    73 Michael

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