DX-Jagd vom Wetzstein beendet

Nach nunmehr über 14 Tagen DX-Jagd vom Wetzstein, war nun der Zeitpunkt gekommen die Aktivität zu beendet. So wurden am 16.10. alle Antennen abgebaut.

Das Gesamtresultat kann sich sehen lassen. Der Chronist konnte über 40 neue Bandpunkte sammeln.  Folgende Erfolge konnten verbucht werden:

– FT5GA (Glorioso) 80-10m in SSB/CW/RTTY

-3D20CR (Conway Riff) 80-17m in SSB/CW/RTTY

-K4M (Midway) 80-20m in SSB/CW/RTTY

-TY1MS (Benin) 160-15m SSB/CW

-VP8DIF (Südgeorgien) 20-17m CW/RTTY

-T30M (West Kiribati) 30-20m SSB/CW

-TO7RJ (Mayotte) 160-10m SSB/CW

– FT5WO (Crozet) 17m SSB

-3D2KJ (Fischi) 160m CW

-KH7C (Hawaii) 160m CW

-5N0OCH (Nigeria) 160m CW

-H44MY (Solomon Inseln) 80/40m CW

– >1700 QSOs mit DR800GRZ, davon 100xJA auf 80m

Es sind also doch einige Raritäten ins Log gekommen. Insgesamt kann man sagen,  dass das Resultat deutlich über den Erwartungen steht.

Der Spiderbeam WARC mit 3ele auf 30m, 3ele auf 17m und 4 ele auf 12m war ein absoluter Gewinner. Trotzdessen, dass er nur auf etwa 10m Höhe war, funktionierte er ausgezeichnet Derartige große Monobander haben wenige auf den WARC-Bändern, so war es bei den Expeditionen auf den WARC-Bändern deutlich einfacher ranzukommen, im Verlgiech zu 20m, wo ja doch die meisten auch eine Yagi und QRO haben. Der geplante Sloper hat nicht funktioniert. Vermutlich weil die Masten nicht geerdet sind. Die Tripleleg auf 40m hat funktioniert.  Dennoch hat man gemerkt, dass wir mit dieser Antenne nur in der Mittelklasse sind, hier war das Knacken der Pileups auf 40m wohl noch am schwersten, denn ein Dipol in 20m Höhe, exakt nach dem DX ausgerichtet, geht wohl am Ende doch besser. Auf 40m besteht folglich Verbesserungsbedarf fürs nächste Mal. Ein 2ele Array wäre hier sicher erstrebenswert. Soweit ich weiß soll ja die 2 Ele Yagi vom Oliver auch nicht gut funktioniert haben. Platz auf dem UKW-Mast wäre ja noch gewesen. Die T-Antenne auf 160/80m mit nur 12m Vertikalstrahler und 10 elevated Radials funktionierte ausgezeichnet. Die Performance auf 80m war überwältigend. Der Fußpunktwiderstand lag lt. VNA bei 37Ohm im Resonanzpunkt, also ideal. Anscheinend ist die Bodenleitfähigkeit auf dem Wetzstein besser als erwartet. Bei so ziemlich dem schwierigsten Pfad zu K4M haben wir eines von 25 80m QSOs von DL aus ins Log gebracht, das spricht für sich. Mit der Ladespule konnte die Antenna auf 160m abgestimmt werden. Auch hier waren die Resultate ausgezeichnet. Auf ein QSO mit KH6 auf 160m warten viele DXer Jahre bis Jahrzehnte. Auch 5N0OCH konnte geloggt werden, was in Anbetracht dessen, dass einige Europäer mit 4-Square Antennen nicht rankamen schon fast unglaublich ist. Auch die Fidschi-Inseln (16500km Entfernung) mit nur 12m Draht zu erreichen ist vom Feinsten. Dennoch wäre auch hier eine höhere T-Antenne wünschenswert. Hier wäre der Abspannpunkt am T-Mast sinnvoll. Man könnte dann eine T-Antenne mit über 25m Vertikalteil bauen. Damit hätte K4M auch auf 160m geklappt, gehört hat man sie gut. Nicht unwesentlich bei den Erfolgen auf den Lowbands war aber auch die Beverageantenne, die Richtung KH4 aufgebaut wurde. Auf 160-40m war sie so gut wie immer die bevorzugte Antenne zum hören.

Was die Technik betrifft wurde in der 2. Woche ordentlich nachgerüstet. So wurden für 80/40m SDR-Empfänger und CW-Skimmer zur Bandbeobachtung eingesetzt. Ohne diese Hilfsmittel hätten die QSOs auf 40/80 nach K4M wohl nicht geklappt. Wer sich das Pileup auf 40m CW anschauen möchte, kann unten einen Screenshot vom 40m Band sehen. Die ACOM2000A war auch fast unverzichtbar am Ende, da man doch sehr oft Bandwechsel gemacht hat und auch oft zwischen den Bändern hin und her gesprungen ist. Ein paar Abstauber-QSOs waren auch dabei.

Was das Wetter betrifft kann man den Oktober wohl als letztmöglichen Zeitpunkt betrachten. Die Kälte hat einen schon zu schaffen gemacht und Heizen mit Strom ist bekanntlich teuer und reißt bei 14 Tagen dann doch ein Loch in die Kasse. Die Gasheizung im Wohnwagen konnte zwecks Gasmangels nur die letzten Tage genutzt werden, hier sollte man beim nächsten Mal vorsorgen, es gibt nix schlechteres als die ganze Nacht selbst im Schlafsack zu frieren. Bei Auf- und Abbau war das WX wie immer mies. Beim Aufbau strömenden Regen, beim Abbau Schneesturm und Eisregen. Die Segmente des Alumastes waren komplett zusammen gefroren und mussten mit einem Heizlüfter aufgetaut werden. Am Ende waren alle Nass bis auf die Knochen.

Insgesamt dennoch eine Aktion mit Wiederholungsfaktor und auch mit vorzeigbaren Ergebnissen. Aus der Erfahrung heraus, wäre bei einer seltenen Expedition schon ein beiderseits verlängertes Wochenende (also 5 Tage auf dem Berg) inklusive Auf- und Abbau ausreichend um auf vielen Bändern ins Log zu kommen. Bei allen Raritäten war nach 2-3 Tagen auf allen Bändern wenigstens 1 QSO im Log (außer 3D20CR 15m SSB ging erst ganz zum Schluss wegen den Bedingungen).

Ich möchte mich bei allen bedanken, die diese Aktion ermöglicht und unterstützt haben. Im Speziellen wird gedankt:
– Alex 1NAX für die prinzipielle Unterstützung des Projektes
– Matthias 0OKW & Frank 8WE für die aktive Teilnahme und die Beisteuerung von Technik, Nahrungsmitteln und guter Laune (ganz alleine geht man da oben ein nach 14 Tagen)
– Oliver 2ARD für die Überlassung der ACOM-PA, das hat einiges vereinfacht

73 & awdh vom Wetzstein

Das 40m CW Pileup für K4M, rechts die Leiste mit den Zahlen entspricht der Frequenz.

40m_skimmedIMGP0447

Zu viel HF in der Luft?

So ich setze mal meinen Bericht einfach unter den vom Michael drunter, weil ich nicht extra einen neuen Blog schreiben will.

Wer ich bin, Matthias DG0OKW…

Eigentlich hat Michael schon alles gesagt was es zu sagen gab.
Wie bei all solchen längeren Aktionen ist das ein oder andere geplant, wo ein Teil funktioniert und ein Teil nicht. Es war natürlich gleich am Anfang deprimierend das die 1. Antenne die wir bei Nieselregen kurz vorm dunkel werden aufgebaut haben,  ein halber Slooper, nicht gespielt hat. Das war aber dann auch schon der einzige Fehlschlag, alles andere spielte so wie erwartet, und dann hat man auch Zeit auf solche Ideen zu kommen wie Draht um eine Limo flasche zu wickeln bis die Vertical auf 160m resonant war.

Der Speise Punkt der Antenne schwebte selbsttragend 1m über den Boden, je nachdem welches Band gearbeitet werden sollte musste die Spule dazwischengeschraubt werden oder nicht, eine echte Portabellösung, die hervorragend gespielt hat.

Der Speise Punkt der Antenne schwebte selbsttragend 1m über den Boden, je nachdem welches Band gearbeitet werden sollte musste die Spule dazwischengeschraubt werden oder nicht, eine echte Portabellösung, die hervorragend gespielt hat.

Den 12x12m großen Spiderbeam für die WARC Bänder 30m, 17m und 12m, hat Michael allein aufgebaut, was mal wieder zeigt das ein Spiderbeam die perfekte Portabelantenne ist…

Gedreht wurde das Monstrum mit hilfe einer Taschenlampe und einer Schnur die an der vorderen Spitze befestigt wurde... (die Taschenlampe kam natürlich nur Nachts zum Einsatz.

Gedreht wurde das Monstrum mit hilfe einer Taschenlampe und einer Schnur die an der vorderen Spitze befestigt wurde… (die Taschenlampe kam natürlich nur Nachts zum Einsatz.)

In der 2. Woche als es immer schwieriger wurde K4M auf immer neuen Bändern zu arbeiten kamen dann noch 80m und 40m SDR Empfänger hinzu, was beim finden der richtigen Lücke im Pile UP eine sehrgute Hilfe darstellt.
Weiterhin in der 2. Woche innerhalb einer Stunde zwischen 2 Regenschauern (geschneit hat es erst einen Tag später) aufgebaut wurde eine 270m lange Beverage Antenne. Es handelte sich dabei um die Beverage die letzten Winter schon auf dem Sieglitz gute Dienste geleistet hat. Wir haben das LFK einfach mit Kabelbindern alle 50m an einen Ast gebunden, und fertig, sie verlief ein wenig Zickzack, was den Vorteil hatte das man auf 80m sehr gut auch nach Japan hören konnte.

Leider sind lange Drahtantenne immer sehr schlecht zu fotografieren, hier mal ein kurzer Ausschnitt zu sehen eist der Abschnitt zwischen Meter 50 und 70...

Leider sind lange Drahtantenne immer sehr schlecht zu fotografieren, hier mal ein kurzer Ausschnitt zu sehen eist der Abschnitt zwischen Meter 50 und 70…

Das hier ist die Einspeisung, Draht am Baum fest gebunden, Hering in den Boden geschlagen, und die Box mit dem 9:1 Transformator einfach an den Hering geschraubt...

Das hier ist die Einspeisung, Draht am Baum fest gebunden, Hering in den Boden geschlagen, und die Box mit dem 9:1 Transformator einfach an den Hering geschraubt…

Hier noch einmal in Nahaufnahme.

Hier noch einmal in Nahaufnahme.

Wer mehr Infos über diverse Aufbaudedails der Beverage haben möchte, muss mal in unseren Blog rumstöbern da gibt es vom 11.11.2008 einen Bericht wo mehr ins Detail eingegangen wird… Sie hat die eine Woche wo sie auf dem Wetzstein aufgebaut war einen sehr guten Job gemacht. Eigentlich dachte ich das ich noch mehr Fotos geschossen habe, aber da ist nix mehr auf meiner Kamera…

Alles in allem kann ich Michael nur zustimmen, das diese Aktion alle Erwartungen übertroffen hat…

73 de Matthias DG0OKW


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